Sonntag, 10. Oktober 2010

Sonnenaufgang auf dem Tristkogel

Berggipfel haben ja an und für sich schon etwas Magisches. Wenn man aber das erste Mal bei einem Sonnenaufgang neben dem Gipfelkreuz rastet, schlägt das Herz noch höher, ist die Ruhe noch ruhiger, der Himmel noch näher, die Natur noch wunderbarer.
Um 4.30 Uhr ging es los im Talschluss des Glemmtales auf rund 1.400 Metern Seehöhe. Zwar waren die Äuglein noch einigermaßen schwer von der kurzen Nacht - beim Anblick des imposanten Firmaments über dem nächtlichen Glemmtal mit seinen Milliarden von glitzernden Sternen tankten sie aber sofort wieder die nötige Kraft und die Vorfreude auf den Gipfel auf 2.095 Metern stieg.

Mit Stirnlampen ausgestattet machten wir uns, insgesamt 14 Frühaufsteher an der Zahl, allesamt Gäste im Unterschwarzachhof inklusive Hotelier und "Bergführer" Toni Hasenauer, auf in Richtung Tristkogel. Anfangs noch flacher über Forstwege, nach einer Querung eines Baches anschließend steiler hinauf bis auf den Grat. Dort folgte, direkt an der Grenze zu Tirol, der Blick auf das nächtliche Kitzbühel. Dort begann es auch zu dämmern, die Silhouetten der Gipfel ringsum tauchten langsam aus der Nacht auf und wir sputeten uns hinauf bis zur Ostschulter des Tristkogels.

Rund die Hälfte der Gruppe wählte diesen Platz, um den Sonnenaufgang zu genießen. Die letzten Meter zum Gipfelkreuz sind doch einigermaßen steil mit einigen versicherten A/B-Stellen, die auch ganz schön ausgesetzt sind. Doch die andere Hälfte inklusive mir ließ sich das schöne Gipfelkreuz am Grat nicht entgehen.
Dann der große Augenblick: Um 7.25 Uhr geht im Osten die Sonne auf. Der imposante Großglockner im Südosten beginnt rot zu glühen, der Venediger im Südwesten ebenso und auch der Hochkönig begrüßt güldern den neuen Tag. Ein erbauliches Gefühl, das man kaum beschreiben kann und selbst erleben muss - vielleicht bei einem Urlaub im tollen Unterschwarzachhof, denn Hotelchef Toni ist heuer bereits 14 Mal mit Gästen am Sonnenaufgangsgipfel gestanden ...

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Dienstag, 24. August 2010

Am hohen Dach(stein) der Steiermark

Zweieinhalb Tage im Dachsteinmassiv - was für eine Bergtour! Bestes Bergwetter, tolle Fernsicht bis auf die höchsten Gipfel Österreichs und jede Menge gesammelte Erfahrung.

Erster Tag: Aufstieg übern "Hias"
Los ging's um 8 Uhr am Eingang zur Silberkarklamm. Nach 10 Minuten erreicht man in der schönen Klamm den Einstieg zum "Hias", einem D-Steig hinauf bis zur Silberkarhütte. Gleich über eine Seilbrücke geht es hinein in die Wände östlich der Klamm, auf denen man immer wieder herrliche Tiefblicke auf das rauschende Wasser erleben kann. Auch die D-Stellen sind hervorragend mit Tritten ausgebaut, und so erreichen wir nach eineinhalb Stunden die Silberkarhütte zur ersten Pause.
Nach weiterem Aufstieg in der nun schon brennenden Sonne erreichen wir endlich das Plateau, auf dem uns Wanderer von einem Beinahe-Unfall mit einer Kreuzotter erzählen, was uns doch etwas aufmerksamer unseren Jausenplatz wählen lässt. Vorbei am in einem imposanten Kessel liegenden Höllsee erreichen wir das Guttenberghaus (2.146 m), unseren Stützpunkt an diesem Tag. Nach kurzer Pause geht es Nachmittags noch auf den Sinabell (2.340 m) - dort genießen wir das Wolkenspiel am Himmel und rasten uns für den kommenden, anstrengenden Tag aus. Summe heute: Sieben Stunden unterwegs, 1.600 Höhenmeter.

Zweiter Tag: Ramsauer Steig
Denn was da folgte, war ein alpines Marathonvorhaben: Mehr als fünfeinhalb Stunden waren wir ab der Gruberscharte im faszinierenden Ramsauer Steig (bis C), der weniger durch seine technischen Schwierigkeiten als durch seine enorme Länge richtig schlaucht. Die Tiefblicke am Grat, teils bis zu 1.500 Meter, und natürlich das Panorama auf hoher Rams (2.546 m), Scheichenspitz (2.664 m) und auch Gamsfeldspitz (2.655 m) entschädigen für alle Strapazen. Nach der Überquerung des kümmerlichen Rests des Edelgrießgletschers folgte noch ein Highlight, wenn auch negativer Art: Nach der Durchquerung des Rosmarie-Stollens wartete die etwa 25 Meter hohe Leiter hinunter zum Schladminger Gletscher - und diese bietet KEINE Möglichkeit, sich mit dem Set zu sichern. In diesem ansonsten toll ausgebauten Via-Ferrate-Gebiet eine gefährliche Nachlässigkeit.
Jetzt schon fast achteinhalb Stunden unterwegs, rasten wir kurz an der Bergstation der Dachsteinbahn und steigen dann noch etwa eine Stunde bis unter die Schulter des Dachsteins, zur Dachsteinwarte (Seethalerhütte, 2.740 m) auf. An diesem Tag ging es früh ins Lager: Mehr als neuneinhalb Stunden und rund 1.200 Höhenmeter forderten Tribut.

Dritter Tag: Auf dem hohen Dachstein
Zeitgleich mit der ersten Gondel, die um acht Uhr an der Bergstation ankam und die erste Fuhr an Seilbahnbergsteigern für neun Uhr an der Dachsteinschulter erwarten ließ, starteten wir die 10 Minuten hinüber zum Einstieg der Schulter, die als schwierigerer (weil längerer) Aufstieg gilt und vor allem auch deshalb gegen "Halbschuhbergsteiger" "gesichert" ist, weil die ersten 15 Meter nicht mit einem Fixseil versichert sind. Entweder, man klettert rauf, oder wählt den "Normalweg" über die Randkluft des Gletschers, was der allergrößte Teil der Gipfelstürmer an diesem Tag auch tat.
Wir allerdings wollten über die Schulter hinauf, auch deshalb, weil die Gletscherspalten am Zustieg zur Randkluft extrem offen sind und mit einer halsbrecherischen Leiter überwunden werden müssen. Da schon lieber einen guten 2er frei hinaufklettern bis zu den ersten Sicherungen. Wir sichern uns für die schwierigere Stelle zusätzlich mit einem Seil, überwinden den Einstieg und genießen fortan den B/C-Steig über die Schulter. Erst am Kreuzungspunkt mit dem Steig von der Randkluft herauf treffen wir auf den ersten Bergsteiger, der die Gletscherspalten überwunden hat ("Wackelig und am Ausstieg schwierig, weil eisig."). Bestärkt in unserer Entscheidung steigen wir voller Vorfreude nach oben - um 9.45 stehen wir am Gipfel des höchsten Berges der Steiermark und Oberösterreichs. Wir sind zu Fünft, als wir ankommen, die ersten aus Richtung Osten, nur drei Bergsteiger waren uns von der Adamek-Hütte über den Westgrat "zuvorgekommen". Ein erbauliches Gefühl, hier zu stehen, und das noch dazu bei echtem Prachtwetter. Nach etwa 30 Minuten Gipfelgenuß auf 2.995 Metern gehts aber wieder hinunter, denn der "Gegenverkehr" am Steig würde ab jetzt im Minutentakt zunehmen.
Wir schaffen es rasch bis zur Kreuzung mit dem Schultersteig, wählen auch im Abstieg wieder unseren Aufstiegsweg und wundern uns einige Male, wie manche Leute sich den Gletscher hinaufplagen, zittrig über die Leiter zum Einstieg eiern ... Bei allen Vorteilen, die Seilbahnen bringen: Die Besteigung des Dachsteins ist ein hochalpines Unterfangen, führt durch vergletschertes Spaltengebiet und erfordert alpine Erfahrung - egal, was "Bergführer", die mit möglichst großen Gruppen gehen und damit ihren Lebensunterhalt verdienen, auch immer sagen. Ein Wunder, dass dort nicht mehr passiert.
Gott sei Dank also dem Stau entgangen, dem Massentourismus am Gipfel mit der Nächtigung auf der Seethaler Hütte entgangen - nur so ist der Dachstein wirklich lohnend! Abstieg über die Schulter mit einer kleinen Abseilaktion am Ende - für uns einer der schönsten Ausflüge zu Ende.
Insgesamt haben wir etwa 3.200 Höhenmeter in 50 Stunden absolviert. Mit dem Taxi gehts zurück zur Silberkarklamm und ab nach Hause - das Bett ruft ...


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Sonntag, 27. Juni 2010

Ein E(xtremer)-Steig auf den Kreiskogel

E wie Extrem: Der Lukas-Max-Steig auf den Kreiskogel (2.306 m) in den Seetaler Alpen war heute unser Ziel. Erstmals auf "E" unterwegs, waren Toni und ich natürlich gespannt, was uns da so erwarten würde, vor allem auch deshalb, weil wir beide heuer noch nicht wirklich in Übung sind: Toni war längere Zeit im Ausland, ich zu beschäftigt ...
Das gute an diesem Steig - und deshalb haben wir ihn auch als ersten E gewählt: Alle schwierigen Stellen können im steilen Schrofengelände umgangen werden.

Neue Schuhe, kein Grip
Mit meinen neuen Bergschuhen erstmals auf Tour - das hat sich in diesem Fall als problematisch erwiesen. Die Vibram-Sohle war noch kaum aufgerauht und so hatte ich schon bei der Einstiegsstelle (D) so meine Sorgen. Allerdings habe ich es mit Tonis Hilfe auch geschafft, jedoch waren die E-Stellen für mich an diesem Tag noch nicht machbar. Toni hat sie allerdings beide (einmal D/E, einmal E) gemeistert.
Nachdem wir den Gipfel erreicht hatten, wanderten wir noch am schönen Höhenrücken bis hinüber zum Zirbitz, um dann rechtzeitig wieder zurück zum Auto beim Winterleitenhaus zu sein: Denn um 16 Uhr spielte Deutschland gegen Argentinien ...

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Sonntag, 4. Oktober 2009

Ergreifend: Klafferkessel und Greifenberg!

Was für ein Wetter in diesem Herbst - da gehts doch glatt Anfang Oktober nochmal in die Höhen der Schladminger Tauern! Freitagabend noch späte Anreise aus Graz, erst um 19 Uhr Abmarsch im Talschluss beim Riesachwasserfall. In eineinhalb Stunden hetzen Toni und ich zur Preinthaler Hütte hinauf auf 1.656 Meter - nicht mehr viel los, immerhin auch das letzte Wochenende, an dem die Hütte überhaupt noch offen hat. In der Nacht im riesigen Lager unterm Dach hört man es erst noch vom Regen ein wenig prasseln, doch schon bald ist es still - Schnee?

Naturjuwel Schladminger Tauern
Am Morgen sehen wir: Ja, leicht angezuckert sind sie, die Gipfel rund um die Hütte. Flux machen wir uns bei wieder prächtigem Wetter auf den Weg, hinauf zur Klafferscharte - und dort eröffnet sich ein wahrlich atemberaubender Blick: Der Greifenberg (2.618 Meter) trohnt, eingehüllt in einen leichten weißen Schleier, über den Klafferseen, in denen sich die umliegenden Gipfel im tiefblauen Wasser spiegeln. Im Hintergrund legt die Hochwildstelle ihren Nebelumhang ab und grüßt einladend herüber.
Wir passieren die Klafferkessel und machen uns auf den Weg zu einem echten Traumziel, dem Waldhorn. Leider müssen wir ab dem Waldhorntörl nordseitig aufsteigen und durch den Schnee der Nacht und die noch frühe Tageszeit ist es zu gefährlich - nach wenigen Metern drehen wir aus Sicherheitsgründen um. Aber das ist heute kein Drama - denn die Gegend hier hat noch einiges zu bieten.
Vorbei am malerischen Angersee und dem herrlichen Zwerfenbergsee mit der imposanten Deichselspitze im Hintergrund geht es hinauf zum Lungauer Klaffersee - ein einzigartiger Flecken Erde, der für jeden leicht erreichbar wäre aber dennoch ruhig und beinahe unbesucht wirkt. Uns solls recht sein für eine Pause, bevor wir den extrem steilen Anstieg hinauf zur Greifenbergscharte bewältigen müssen.

Glockner, Golling, Dachstein & Co.
Erst einmal bei der Scharte angekommen, gilt es nur noch einige versichterte Stellen zu überwinden und schon stehen wir am Greifenberg und genießen Anfang Oktober 20 Grad in der Sonne und noch dazu eine herrliche Fernsicht in alle Richtungen: Großglockner, Hochgolling, Waldhorn, Preber, Hochwildstelle, Dachstein - Bergsteigerherz, was willst du mehr?
Beeindruckt von einer herrlichen Tour steigen wir über die Gollinghütte und das Obertal wieder zum Parkplatz ab - ein würdiger Abschluss der Sommersaison 2009 ...

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Sonntag, 20. September 2009

Guter Notnagel: Der Hochkogel

Eigentlich wollten wir ja den Kaiserschild-Klettersteig (D/E) machen. Bis zu seinem Einstieg sinds aber gut 700 Höhenmeter und zwei Stunden durch steile Wald- und Felslandschaft, und nach der anstrengenden Tour auf den Pfaffenstein am Tag zuvor waren unsere Bergsteigergebeine doch schon einigermaßen müde. Nachdem ein Kollege bereits an der Einstiegsstelle (C/D) mit der Kraft zu kämpfen hatte, wollten wir kein Risiko eingehen und sagten kurzerhand die Begehung des Klettersteigs ab.
Der "Notnagel" war aber schnell gefunden: Am Hochkogel (2.106 Meter) waren wir ja auch noch nie und an einen Abstieg zurück zum Auto war wegen der leichten konditionellen Schwierigkeiten auch noch nicht zu denken. Drum gings durch einsames Gesäuse-Gelände über Wiesen und Felsgelände. Wir lauschten fallenden Steinen in tiefe Dolinen, genossen den Nebel, der über die herrliche Bergwelt zog und stiegen den insgesamt einfachen Weg hinauf zum Hochkogel. Nach der Gipfelrast gings auf der Rückseite wieder runter, was im oberen Bereich durch Steinschlaggefahr und steile Wege noch ein zusätzliches Abenteuer bot. Die Einblicke in die gewaltigen Felswände dieses Massivs und der Blick in die mächtige Wand des Kaiserschilds - keine Frage, irgendwann werden wir dich auch besuchen! - ließen uns noch viele Bilder schießen und letztlich zufrieden beim Parkplatz wieder ankommen.

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Samstag, 19. September 2009

Klettersteig auf den Pfaffenstein

Nebel, wohin man blickt. Gerade erreichen wir die Anhöhe auf dem Präbichl - und in Richtung Eisenerz scheint die Sonne. Da bricht an diesem Tag erstmals Jubel aus, das Wetter machte wunderbar mit bei unserer Klettersteigtour auf den Pfaffenstein.
Vom Parkplatz weg brauchts aber noch zwei Stunden, um überhaupt einmal zum Einstieg zu gelangen. Teilweise ganz schön steil und ausgesetzt gehts über den westseitigen Rücken hinauf zum Einstieg dieses wunderschönen D-Steiges.
Dann die Ausrüstung angelegt und rauf in diese Via Ferrata, die mit griffigem Felsen, wunderbarem Panorama und zwei, drei wirklich coolen Stellen punkten kann. Nach etwa zwei Stunden war der Steig durchlaufen und die Gipfeljause verdient.
Der Abstieg erfolgte über den A/B-Klettersteig (sehr steinig! Helm!) auf der Ostseite, wiederum dauerts knapp zwei Stunden und die Bergsteigergruppe der Akademischen Sektion des OeAV in Graz stand wieder unten. Bei einem Brunnen, das mit gut gekühlten Bierchen auf uns wartete...

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Mittwoch, 9. September 2009

Genusstour auf den Inntalblick-Gipfel Kellerjoch

Unser Urlaub führte Vicky und mich in diesem (Spät-)Sommer nach Tirol ins schöne Zillertal. Quartier bezogen wir in Fügen und eigentlich wollten wir auch den einen oder anderen Gipfel bezwingen - vor allem war das Wetter einfach traumhaft. Wie das in einem Urlaub aber oft so ist, haben wirs dann letztlich nur einmal in unseren 5 Tagen auf die Berge geschafft - diese Tour war dafür eine besonders genussvolle und angenehme.

Mit der Gondelbahn von Fügenberg aus gings hinauf aufs Spieljoch, dem Ausgangspunkt der Tour. Immer über den Rücken querend erreicht man nach 30 Minuten bereits die Geolsalm - für eine Einkehr natürlich viel zu früh! Auch 45 Minuten später, bei der Gartalm, sind wir noch fix auf den Beinen und gehen schnurstracks gleich in Richtung Grat weiter.
Der Weg zieht von hier weg steiler an, endlich gibts auch ein paar Höhenmeter zu machen und etwa eine dreiviertel Stunde später kommen wir bei der herrlich gelegenen Kellerjochhütte (2.237 m) an. Der Blick öffnet sich über einen gr0ßen Teil des Inntales, bis weit über Innsbruck hinaus schweift der Blick auf den türkisblauen Fluss und sein dicht besiedeltes Tal. Hier kommt uns die Pause gerade recht und wir genehmigen uns ein kühles Weizen in der Sonne.
Die letzten 20 Minuten zum Gipfel (2.344 m) führen dann über einen A/B-Klettersteig, der allerdings versichert ist und bei halbwegs trittsicheren Bergfexen kein Problem darstellt. Am Rückweg wählen wir den (zunächst sehr steilen!) Alpinsteig, der vor allem im ersten Abschnitt bergab doch einiges an Vorsicht verlangt. Landschaftlich ist der Weg "hinten rum" aber um einiges schöner. Nach insgesamt etwa 700 Höhenmetern (inkl. Gegenstiege) und 3:30 Gesamtmarschzeit sind wir wieder am Spieljochgipfel angekommen und nehmen bequem die Gondel ins Tal. Ein genussreicher Ausflug, den wir in der "Post" in Fügen im Wellnessbereich rausschwitzten.

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Dienstag, 1. September 2009

Premiere: Erstmals über 3.000 Metern

Es hat ein wenig gedauert, bis ichs ins Hochgebirge geschafft habe. Nach einigem Wetterpech in den letzten Jahren hat es heuer aber endlich geklappt: Erstes Ziel über der 3.000er-Marke war der Hohe Sonnblick in der Goldberggruppe der Hohen Tauern.
Übers Raurisertal von Norden kommend erreicht man nach etwa 30-minütigem ebenem Fußweg das Naturfreundehaus Kolm-Saigurn, Ausgangspunkt zum Anstieg hinauf zum Zittelhaus auf 3.106 Metern, dass nebst dem höchstgelegensten Wetter-Observatorium Österreichs direkt am Gipfel des Sonnblicks trohnt. Zunächst gehts in eineinhalb Stunden bis zur Neubau-Hütte, benannt nach einem Stollensystem des ehemaligen Goldbergbaus, der da oben und wahrscheinlich auch unter dem ewigen Eis betrieben wurde. Die Steinruinen der Knappen-Gebäude zeugen noch heute von der regen Triebsamkeit am Fuße des Sonnblicks.
Ab der Neubauhütte (2.190 Meter) wird der Weg steiniger, bald felsig und zieht steil hinauf zur urigen Rojacherhütte (2.718 Meter, 2 Stunden), die direkt auf einer Felskante steht und einen atemberaubenden Blick über das Raurisertal sowie zu den umliegenden Dreitausendern Schareck (3.122), Sonnblick, Hocharn (3.254) und Ritterkopf (3.006) bietet. Der aufgekommene Hunger wird mit einer schmackhaften Erbsensuppe gestillt, ehe es zum schwierigeren Part der Route geht.
Da uns der Gletscheranstieg sehr steil direkt übers Blankeis geführt hätte, haben wir uns für den (schneefreien) Grat entschieden. Leichte Klettereien bis II und teils sehr ausgesetzte Stellen müssen überwunden werden, ehe mein Bergkamerad Toni und ich erstmals auf dem Gipfel eines Dreitausenders stehen konnten. Natürlich haben wir den Sonnenuntergang abends und ab 5.30 morgens dann die Wiederkehr unseres Fixsterns genossen, die Erinnerungsfotos sind wirklich sehenswert geworden.
Der Abstieg, wiederum über den Grat, hatte es im oberen Bereich etwas in sich, da über Nacht einige Felsen eine leichte Eisschicht angelegt hatten. Rutschig gings also über den schmalen und steilen Grat zurück zur Rojacher Hütte, dann weiter hinunter zum Gletschertor (wow!) und am Gegenhang wieder rauf zur Niederen Scharte (2.695). Von dort wollten wir den vielleicht prächtigsten Berg dieses Gebiets, das Alteck (2.942) erklimmen. Jedoch - es blieb beim Versuch. Der Anstieg bis zum Grat erwies sich bereits als schwierig, über Blockwerk ging es über immer häufiger lose werdende Felsen hinauf auf über 2.900. Danach begannen wir erneut eine Hangquerung, mit jedem überwundenen Höhenmeter wurde aber auch das Gelände "rutschiger". Unmittelbar vor dem letzten Aufschwung auf den Gipfel - keine 20 Höhenmeter weg - haben wir umgedreht: Über uns Tonnen von Gestein, die nur so darauf warteten, herunterzukrachen - nicht mal an Kühlschrank-großen Felsen, die ebenfalls teilweise wackelig waren, konnten wir uns festhalten. Drum: Abstieg zurück zur Scharte, danach noch kurzer Anstieg bis zur Fraganter Scharte (2.753) und von dort der anstrengende Marsch ins Tal - 1.200 Höhenmeter am Stück bis zum Auto. Insgesamt waren es im Auf- und Abstieg je 2.300 Höhenmeter.
Fazit: Jede Anstrengung hat sich gelohnt! Traumwetter, herrliche Bilder, ein würdiger erster 3.000er - ein schöner Auftakt fürs Hochgebirge.

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Dienstag, 28. Juli 2009

Ein Wochenende am Preber

Samstag ab Mittag schöner werdend, Sonntag prächtigstes Bergwetter: Da war die Entscheidung leicht, ab auf die Alm. Unsere Wahl fiel auf den Preber, mit 2.741 Metern Höhe schon ein schönes Bröckerl, dazu ein wunderbarer Aussichtsberg und auch noch leicht zu ersteigen.
Der Aufstieg ging von der Preberseestraße am kürzesten Weg (ca. 2 km entfernt vom Prebersee, Parkplatz vorhanden) durch den schönen Wald hinauf zur Grazer Hütte. Das Wetter war am späten Nachmittag noch äußerst wechselhaft, Regenschauer wechselten sich mit blauem Himmel ab - und das alles während dem kurzen Zustieg von nur einer Stunde bis zur Hütte.
Dort angekommen, begrüßte uns Hüttenwirt und Ex-Formel1-Koch Christian gleich mit einem feschen Zirberl. Neben Vicky und mir nächtigte noch eine Gruppe von bayrischen Bergsteigern auf der Hütte, die leider bei ihrer Tagestour zuvor die Bergrettung bemühen mussten: Eine Kameradin war ausgerutscht, hatte sich den Knöchel gebrochen. Das schlechte Wetter ließ sie drei Stunden auf den Heli in der Gegend Obertauern warten, ehe der Rest der Gruppe durchnässt den Abstieg in Angriff nahmen. Der Kollegin, die nach Schwarzach geflogen wurde, auf diesem Wege gute Besserung.
Die Hüttengaudi am Abend hat trotzdem gepasst, (ein anderer) Bergretter (außer Dienst) Ewald hatte manch Schmankerl zu erzählen, Wirt Christian tischte zünftiges Essen und flaumigen Kaiserschmarrn auf und das eine oder andere Zirberl sollte auch noch gehen.
Gegen Mitternacht gings aber ins Lager, denn Tags darauf wollten alle noch die 850 Höhenmeter von der Hütte (1.897 Meter) auf den Prebergipfel in Angriff nehmen. Und die Route von der Grazer Hütte hinauf auf den Spitz ist äußerst empfehlenswert und meiner Einschätzung nach schöner als der Weg von der Preberhalterhütte hinauf. Man marschiert den Grat entlang, kann ständig den atemberaubender werdenden Blick auf die Niederen Tauern genießen. Dazu ist der Weg nicht schwierig, wenn auch im letzten Stückerl etwas steil. Gute zwei Stunden von der Hütte geht man zum Gipfelkreuz, um dort das Wahnsinnspanorama genießen zu können. Erholung und Stille inklusive.
Zweieinhalb Stunden gehts dann noch hinunter bis zum Auto und auch auf der Heimfahrt in Richtung Graz sollte man die Augen vor der wunderschönen Gegend im Murauer Land nicht verschließen. Ein toller Ausflug.

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Sonntag, 19. Juli 2009

Klettersteigkurs mit dem OeAV

Hurra die Gams. Frei nach dem Motto der akademischen Sektion Graz konnten wir heute den Franz-Scheikl-Steig unter der fachkundigen Anleitung unseres Alpenvereinsführers Toni bezwingen. Die Anfängergruppe war mit Frauenpower ausgestattet: Maria, Martina und Conny komplettierten mit mir gemeinsam das Klettersteig-Baby-Team. Unser Toni brachte uns aber ohne Schwierigkeiten auf den Hochlantschgipfel, wusste zwischendurch immer Nützliches zu erzählen und war uns ein super Guide durch unsere ersten Geh-, naja, eigentlich Steig-Versuche.
Wie immer ein pauschales Lob an den OeAV, in diesem Falle speziell der akademischen Sektion und Ingo Stefan, der sich wirklich drum schert, dass alles passt.
Ach ja, einmal ist bekanntlich immer das erste Mal: Auch der Toni hat heute seine Premiere gefeiert und erstmals eine Gruppe geführt (hat er uns nach dem Abstieg beim Auto verraten, sonst hätte das niemand gemerkt!!). Das hat er bestens gemacht und darum wollen wir ihm hier natürlich auch huldigen. Er hat heute wesentlich beigetragen, dass bei uns Vieren die Lust auf die Klettersteige in luftige Höhen geklettert und angestiegen ist.

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Donnerstag, 21. Mai 2009

Sonnenschlaferl am Koralmspeik

Manche Tage sind schön, manche schöner. Und manche einfach herrlich. Das Wetter zog uns heute auf den Koralmspeik auf 2.141 Meter Seehöhe in der grünen Weststeiermark. Vom Ausgangspunkt auf der Weinebene auf 1.668 m, wo viele Wanderer und Biker den Tag für Ausflüge nutzten, ging es entlang dem neu sanierten Weg in Richtung Grillitschhütte. Vorbei an Schmelzwasser-Bächen, ersten Frühlingsboten und treuherzigen Hunden, die ihre helle Freude mit dem Stockerl-Spiel hatten und unsere uneingeschränkte Bewunderung für die mindestens dreifachen Tageskilometer im Vergleich zu uns langweiligen Wanderern genossen.
In knapp einer Stunde ist man an der steirisch-kärntnerischen Landesgrenze (1.748m) angekommen, von jetzt an gehts steil hinauf auf die Hühnerstütze (1.989m). Von unten sieht das aber ärger aus, als es im Endeffekt ist und nach nicht einmal 30 Minuten ist man bereits über die schneefreie Nordflanke oben auf der großzügigen Hochfläche. Die Goldhauben (Radarstationen am Speik) sind bereits zum Angreifen nahe, dennoch dauert es noch etwa eine Stunde bis hinauf auf den Gipfel. Vorbei am Seespitz fehlt nach dem flachen Hatsch über die Hochfläche nur mehr der kurze aber steile Gipfelaufschwung, den ganz oben für etwa 30 Meter noch ein Schneefeld ziert. Das ist allerdings völlig problemlos zu begehen und schon ist man am Grat angekommen. Während die ersten Blicke noch ins Lavanttal und aufs Stift St. Paul fallen, sind es nur mehr 50 Meter zum Gipfelkreuz.
Der Wind, der uns über den Rücken der Hühnerstütze noch begleitet hat, ist am Gipfel weg und somit steht einem Schlaferl in der herrlichen Sonne nichts mehr im Wege. Die prognostizierten einzelnen Gewitterwolken bauten sich wirklich sehr vereinzelt über dem Zirbitzkogel und den niederen Tauern auf, wir am Speik konnten den ganzen Tag strahlenden Sonnenschein genießen. Und so genossen wir die Zeit nahe dem Gipfelkreuz, lagen fast zwei Stunden faul herum.
Danach nur mehr der Abstieg durch das große Kar, das von Schmelzwasserseen geprägt ist, zurück zur und vorbei an der Grillitschhütte und noch etwa eine Stunde bis zum Parkplatz. Unterm Strich ein schöner Wandertag für uns, den wir gemütlich und mit 16 Kilometern Wegstrecke bei ca. 800 Höhenmetern (inkl. Gegensteigungen) in den Beinen ausklingen ließen.

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Samstag, 11. April 2009

Die Sommersaison ist eröffnet!

Mit einer kleinen Tour auf den Hochlantsch auf 1.720 Meter im Grazer Bergland starteten Vicky und ich am Wochenende in die Sommersaison. Erst um 13 Uhr gings beim Teichwirt los, nachdem wir uns einige Minuten für ein Naturschauspiel begeistern konnten, das man nicht alle Tage sieht: Die Kröten rund um den See auf der Teichalm sind derzeit zahlenmäßig den Besuchern nämlich bei weitem überlegen - und das liegt nicht daran, dass die Parkplätze nicht ganz voll waren. Sehr sehenswert, was sich da nahe dem See und des Mixnitzbaches derzeit abspielt.
Von der Teichalm (1.200 Meter) gings dann flott durch den Wald (erst ab ca. 1.500 Metern Seehöhe noch Schnee, oben noch übermannshohe Wechten, aber der Weg ist gut ausgetreten) über den ostseitigen Rücken rauf zum Gipfelkreuz auf 1.720 Metern. Eineinhalb Stunden Gehzeit trotz der zwischendurch etwas rutschigen Schneeauflage - da darf man doch zufrieden sein bei der ersten Frühjahrstour und sich eine Pause gönnen. Die Sonne lachte ungetrübt vom Himmel, beim Gipfelkreuz tat sich nicht recht viel und drum konnten wir auch unmittelbar beim Kreuz eine halbe Stunde mützeln... Der Blick schweifte vom Stuhleck (Rücken schon aufgeapert) über Schneeberg und Rax zur Veitsch (da dürfte es noch ordentlich Schnee haben!). Herr Hochschwab grüßte mit der imposanten Südwand, im Nordosten schweifte der Blick bis in die Rottenmanner Tauern und zum großen Bösenstein. Nach Süden und Osten hin war es eher dunstig, die Koralm haben wir zum Beispiel nicht gesehen.
Der Abstieg war natürlich ebenso flott erledigt wie der Aufstieg, wobei es doch am Eis etwas gefährlich werden kann! Einmal hats mich auch ganz schön aufbirnt, naja - die Hose war voller Gatsch. Aber zurück beim Teichwirt saßen wir ohnehin noch draußen auf den Gartenmöbeln und genossen bis 18 Uhr die herrlichen Sonnenstrahlen. Der Sommer, er kommt. Yeah!

Sonntag, 5. April 2009

Sonnen-Skitour auf den Zirbitz

Das Wetter macht endlich wieder so richtig Spaß. Nach den riesigen Neuschneemengen und oftmals stürmischen Wochenenden der letzten Zeit hat es diesmal perfekt gepasst: Vicky und ich nutzten den herrlichen Tag für eine gemütliche Tour auf den Parade-Berg in den Seetaler Alpen.
Von der Sabathy-Hütte durch das Lindertal bis zum Gipfel genossen wir - vor allem im oberen Bereich - Sonne pur. Die einzelnen Wolken störten zwischendurch gar nicht, denn in der Sonne war es wirklich schon brennheiß und die Schweißperlen purzelten gleich nur so aus dem Gesicht. Im Mittelteil der Tour, d.h. im Flachstück vor dem Lindersee, gibts schon einige große apere Stellen - da wirds nicht mehr lange zum (Ab-)Fahren gehen. Ansonsten gibts von unten bis oben noch genug Schnee für die nächsten paar Wochen, auch wenn es jetzt natürlich schon sehr warm ist. Im kurzärmligen T-Shirt erklommen wir gestern auch das letzte steilere Stück ab der Mulde locker und freuten uns über den fast windstillen Moment beim Helmut-Erd-Schutzhaus. Sogar beim Gipfelkreuz ließ es sich mit einer dünnen Windjacke bestens aushalten, so wenig Wind habe ich am Zirbitzkogel überhaupt noch nie erlebt.
Nach der Stärkung im Schutzhaus und einem kleinen Zirberl zur Verfeinerung der Abfahrts-Eleganz machten wir uns erst um 16 Uhr wieder auf den Rückweg: oben herrliche Bedingungen, weiter unten ab dem Wald aber etwas pickig. Da brauchten wir natürlich bei der Sabathy-Hütte, wo man auch schon draußen sitzen und die letzten Sonnenstrahlen des Tages aufsaugen kann, noch einen kleinen Apfelstrudel... Jedenfalls ein herrlicher Tag, an dem wir uns auch gleich den ersten leichten Sonnenbrand an den Armen und im Gesicht eingefangen haben. Solche Ausflüge machen richtig Lust auf Frühjahrs-Skitouren. (P.S.: Fotos rechts sind aus dem Jänner!)

Montag, 19. Januar 2009

Touren-Triple am Wochenende

Das Wetter hat mich dazu gezwungen: Freitag, Samstag und Sonntag mit den Tourenskiern rauf auf die Berge. Vor allem am Freitag und Samstag, aber auch am Sonntag konnten wir die winterliche Natur von ihrer schönsten Seite genießen. Sonne und Temperaturen um den Gefrierpunkt, dazu den grauslichen Nebel im Tal gelassen. Aber der Reihe nach.

Winterzauber am Zirbitzkogel
Mit 15 Zentimetern Neuschnee und absolut wolkenlosem Himmel begrüßte uns die Sabathy-Hütte am Freitagmorgen. Schöner könnte es kaum sein: Pulver pur, ein paar Grad minus und Mister Zirbitzkogel in der Morgensonne... Aus der grauen Suppe im Tal ragten gegenüber die Berge der Seckauer Alpen heraus, sie sollten am nächsten Tag Tourenziel werden. Der Aufstieg gestaltete sich als Wintermärchen, alle Tourengeher, die wir getroffen haben, waren sich mit uns einig: Atemberaubend. Erst auf der Gipfelkuppe kam der Sturm, vor dem wir ins Helmut-Erd-Schutzhaus flüchteten. Nach kurzer Stärkung folgte die Abfahrt durch den herrlichsten Pulverschnee - ein absolut wahnsinnsgeiler Skitag.

Rosenkogel am Samstag
Für den Samstag hatten Vicky und ich uns ebenfalls eine Skitour vorgenommen. Als Ziel wählten wir den Rosenkogel auf 1.918 Metern Seehöhe in den Seckauer Tauern, erreichbar aus dem Gaal-Graben. Erst gehts ziemlich flach entlang der Straße (Wintersperre), dann im Wald leicht bergauf und immer steiler werdend zum Sommertörl. Von dort ists nicht mehr weit und man steht nach knapp 700 Höhenmetern auf dem kleinen Gipfelplateau des Rosenkogels. Der Blick streift vom Ameringkogel über die Koralpe, die Gipfel der Seetaler hinüber zu den Wölzer Bergen bis zu den Bösensteinen in den Rottenmanner Tauern. Und der Nachbar, der Seckauer Zinken, ist zum Angreifen so nahe. Die Abfahrt geht zunächst über den selektiven Gipfelhang, danach über Forstwege, Wiesen und die Straße zurück zum Ausgangspunkt. Auch dieser Tag lieferte uns viele schöne winterliche Momente zum Inne-Halten.

Zu guter Letzt: Die Amundsenhöhe
Und weils noch nicht genug war: Sonntag rauf auf die Amundsenhöhe! Vom Parkplatz gehts gemütlich durch den Wald zur Ganzalm auf 1.360 Meter, nach einer kleinen Stärkung in der Sonne weiter über den sanften Rücken und kurz etwas steiler hinauf zur Anhöhe auf 1.666 Meter - vom Parkplatz weg gemessen sind das 590 Höhenmeter. Auf der anderen Seite der Kuppe lädt das Rosegger-Haus zur Stärkung ein, die kurze Abfahrt muss man nach der Einkehr wieder aufholen. Doch sind es nur 80 Höhenmeter, der Besuch zahlt sich aber sicherlich aus: Gutes Essen und freundliche Wirtsleut verwöhnen die Sonntagsausflügler. Die Abfahrt ist sogar präpariert, obwohl es keinen Skilift gibt. Doch die vielen Tourengeher und Rodler zahlen sich auch für die Almwirte aus - und die sorgen ihrerseits für beste Bedingungen. Eine lohnende und sehr einfache Tour.

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Sonntag, 11. Januar 2009

Auf die Hohe Rannach

Dem Heeressportverein TÜPL-S sei Dank: Nachdem wir mit dem Ausborgen eines passenden Schuhs für Vicky am Freitag Pech hatten und unsere geplanten Touren absagen mussten, sahen wir beim Giga-Sport in Graz (der übrigens nichts mehr verleiht!) das Plakat: Tourenski-Test am Sonntag auf der Schmelz. Na perfekt! Doch noch eine Chance.
Die Alpin-Ski sicherheitshalber im Auto, fuhren wir auf den TÜPL-S und freuten uns sehr, dass wir sowohl einen (fast) passenden Schuh und die dazugehörigen Tourenski ausleihen konnten - gratis noch dazu. Vicky hatte die neue Dynafit-Bindung am Ski, ein geiles Teil muss man zugeben. Ausprobiert haben wir das Material auf der einfachen Skitour rauf auf die Hohe Rannach auf 1.982 Meter Seehöhe. Oben hatte es mehrere Grad plus, wir saßen eine dreiviertel Stunde in der Sonne, windstill, die Gegend genießend. Herr Zirbitzkogel grüßte von der Ferne, auch ihn haben wir uns in dieser Saison (die ja Vicky's Rookie-Saison ist!) noch vorgenommen. Für heute hats aber grad gepasst: herrliche Bedingungen sowohl im Auf- als auch im Abstieg, super Schnee, super Abfahrt, keine Wolke, warme Temperaturen, beste Fernsicht...... schön, dass wir es noch auf die Berge geschafft haben bei diesem Prachtwetter.
Die Sache mit dem Schuh (Ski hätten wir ja bekommen am Freitag, aber keinen Schuh!) hat sich mittlerweile auch erledigt: im eBay-Zeitalter tut sich auch am Touren-Sektor so manches :-)

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Dienstag, 6. Januar 2009

Skitour auf die Grebenzen, 1.870 Meter

Den Dreikönigstag wollten wir mit einer recht einfachen Skitour gestalten. Nachdem Bettina noch am Abfahrtsstil üben will, suchten wir uns eine Region, wo wir zurück ins Tal auch über eine Skipiste kommen. Die Rodelbahn (bis zum Grebenzenhaus) und weiters ein Hang Skipiste, bis wir zur Spur durch den herrlich tief verschneiten Wald kamen, diente uns als Aufstiegsroute. Vom Parkplatz bei der Talstation in St. Lambrecht bis zum Gipfel sind es etwa 900 Höhenmeter, bei der Abfahrt kehrten wir im Grebenzenhaus ein und gönnten uns ein paar Kleinigkeiten: Topfenstrudel, Kaffee, Kaiserschmarrn und Supperl. Alles war hervorragend, nur vor dem Jagatee gilt es, grundsätzlich eine vorsichtige Warnung an den nicht im rauen polaren Klima nackt aufgewachsenen Rentier-Jäger auszusprechen: das Ding ist einigermaßen..... *hicks*

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Montag, 29. Dezember 2008

Winter pur auf der Frauenalm

Die Ski-Saison 2008/09 ist eröffnet! Am 22. Dezember wollten wir, das sind meine Freundin Vicky und ich, dem Vorweihnachts-Wahn entkommen und uns in die Berge zurück ziehen. Vicky hatte noch keinerlei Erfahrungen mit Tourenskiern - und nachdem ich ja will, dass sie Freude dran findet, hab ich mir für den ersten Ausflug in den gebirgigen Winter etwas Besonderes einfallen lassen.

Ausgangspunkt war die Murauer Hütte, leicht über die gut geräumte Straße hinauf zum Skigebiet Frauenalm erreichbar. Schon beim rauffahren wussten wir: Am Schnee wird es nicht mangeln! Schon auf 1.500 m Seehöhe überragte die Schneedecke beinahe das Autodach (okay, ich hab ein kleines Auto, ich gebs ja zu :-) ). Oben am Parkplatz, flott die Ski angeschnallt, ein paar Einweisungen in die Touren-Technik und los gehts!
Für den Aufstieg wählten wir zunächst den Pistenrand, kalkulierbare (und beste!) Bedingungen. Zum Ausprobieren gerade optimal. Schritt für Schritt, immer konzentriert an der Steig-Technik arbeitend, erklommen wir im Nu die gut 300 Höhenmeter über uns liegende Bergstation der Skilifte. Von da an gings oben ziemlich flach weiter, vorbei an der Bergstation des anderen Liftes - und schon sahen wir das Ziel: Das Bernhard-Fest-Haus mit dazugehörigem Frauenalm-Gipfel auf 2.005 Metern Seehöhe.
Schnurstracks hinüber, die letzten 100 Höhenmeter ohne Probleme genommen, standen wir sogleich auch vor der vereisten Hütte, die uns für die Nacht Quartier bieten sollte. Den Schlüssel bekommt man übrigens im Tal bei der Hüttenwartin Hermi Schenk vom Alpenverein Murau. Einen Winterraum gibt es nicht!
Flott hinein, den Herd angeworfen - immerhin wars ziemlich kalt und der Wind frischte gewaltig auf. Aber das Feuer wärmte uns schon bald - und im good old style machten wir uns aus dem reichlich vorhandenen Schnee vor der Hütte drinnen einen guten Jagatee.
Zum Sonnenuntergang riss die Wolkendecke etwas auf und wir gönnten uns das Gipfelvergnügen, immerhin nur ein paar Schritte von der Hütte entfernt. Der Wind hatte sich bereits in einen Sturm verwandelt und man kann sagen: es war wirklich arschkalt. Mit den starken Böen peitschte es uns auch die Schneekristalle auf die Wangen, der Ausblick auf die rot glühenden Berge rundum entschädigte aber bestens. Fotos mit dem völlig vereisten Gipfelkreuz, dem Sonnenuntergang im Westen - Winter pur auf der Frauenalm, schöner könnte es kaum sein.
Zurück in der bacherlwarmen Hütte wärmten wir uns auf der Ofenbank, genossen eine fesche Backerbsensuppe und die Selchwürschtln und ließen den Abend herrlich ruhig in der wunderbaren Stubn ausklingen, während draußen der Wind vorbeipfiff, als gäbe es kein Morgen mehr.
Doch es gab ihn, den nächsten Tag! Ski angeschnallt, rüber zur Bergstation der Frauenalm-Lifte. Und weil wir noch vor neun Uhr dort waren, durften wir uns auch völlig ohne Gesellschaft über die bestens präparierte Piste bis zum Parkplatz freuen. 400 Höhenmeter, sichere (lawinenfreie) Verhältnisse, eine tolle Hütte am Gipfel, eine einfache Abfahrt - die ideale Einsteiger-Tour. Und meiner Vicky hats gefallen.

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Mittwoch, 22. Oktober 2008

Berg-Pause im Herbst

Liebe Leser,

da ich im Augenblick beruflich in Wien bin und auch an den Wochenenden kaum Zeit habe, werden sich meine Bergabenteuer bis Weihnachten eher in Grenzen halten. Sobald sich die Gelegenheit ergibt, werde ich wieder in unsere wunderbaren Berge eintauchen und euch mit Bildern und Texten langweilen.

Bis dahin: stay tuned!

HerrKlaus

Samstag, 6. September 2008

Am Bösenstein ists Glück daheim

So oder so ähnlich könnte ein altes Sprichwort lauten. Wer die Gegend kennt, wird wissen, wovon hier die Rede ist. Wer sie nicht kennt, sollte das schleunigst ändern. Denn dieser Berg und seine Nachbarschaft sind jeden Besuch wert.
Von der Edelrautehütte (Mautstraße, 1,30 Euro pro Person im Sommertarif!) gehts in wenigen Minuten zum Scheibelsee, der herrlich in diesem imposanten Kessel liegt und nur darauf wartet, dass sich die Wandersleut an seinem Ufer zur Jause niederlassen. Kaum jemand aber tut das auch, denn schließlich ist man ja gerade erst aufgebrochen - eigentlich wäre dieses Platzerl ja einen weiteren Besuch NACH der Tour wert - aber da locken halt die Hütten mit ihren Brettljausen und Apfelstrudeln. Immerhin spielt der Scheibelsee bei dieser Runde aber eine der Hauptrollen - die Fotos beweisen es.
Vom See gehts schon bald recht steil bergauf, nach rechts folgt der kurze aber lohnende Abstecher aufs Hauseck. Von dort blicken wir schon gut hinauf zum Bösenstein, dem Tagesziel. Die Querung unterhalb den Wänden hinauf auf den Grat ist bestens begehbar, wie die gesamte Runde überhaupt. Rasch gehts hinauf in die Scharte und wir wenden uns nach Osten, folgen der Markierung auf den Blockgrat des Bösensteins. Manchmal nimmt man die Hände zu Hilfe, zwei leicht ausgesetzte Stellen sollten aber auch dem schwindelanfälligen Bergkameraden keine Sorgen bereiten und nach knapp zwei Stunden ab der Edelrautehütte stehen wir auch schon im Sonnenschein beim Gipfelkreuz. Das Plateau ist gut mit Leuten gefüllt, doch finden wir hinter einer Felskante ein freies und windgeschütztes Platzerl für die verdiente Gipfeljause - herrliches Panorama inklusive. Im Osten reicht der Blick von den Haller Mauern über die Gesäuse-Berge hinunter bis zu den Eisenerzer Tauern. Der Norden bietet das Tote Gebirge zum Staunen an, der Westen hat Grimming, Dachstein und die gesamten Niederen Tauern im Angebot - Bergsteigerherz, was willst du mehr?
Der Abstieg vom Gipfel wird dann steil, doch erreichen wir flott die Scharte zwischen kleinem und großem Bösenstein. 10 Minuten später stehen wir auch schon bei der Steinpyramide am Gipfel des kleinen Bruders und blicken den langen Grat zum großen Hengst entlang. Der Wind bleibt lebhaft bis stürmisch und zwingt uns zur Vorsicht, die Böen habens ganz schön in sich. Die herrliche Panoramawanderung lässt einen in Gedanken verfallen, das Bild ist einfach unbeschreiblich - eine Schönheitskur für die Seele, der Stress des Alltags fällt von einem ab und lässt den Blick von einem Gipfel hin zum nächsten und wieder nächsten streifen. Bis man plötzlich vom Gifpel des großen Hengsts aus den Träumen gerissen wird. Er verdient aber auch die Aufmerksamkeit, das Kreuz ist nämlich das schönste der Runde, der kurze Gipfelaufschwung zahlt sich aus. Im Südosten bauen sich nun Triebener und Seckauer Tauern auf, besonders markant ragt der Hochreichhart aus dem Gesamtbild heraus. Vom Gipfel des großen Bösensteins brauchten wir - ohne tummeln aber mit gutem Schritt - keine eineinhalb Stunden, der Abstieg zur Einkehr auf der urigen Scheibelalm über den schottrigen, steilen und deshalb unbequemen Weg benötigt nochmals ca. 45 Minuten. Und schon sitzen wir, nach knapp vier Stunden reiner Gehzeit beim Radler auf der Alm - und suchen nach diesem Traumtag schon nach dem nächsten Tourenziel....

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Sonntag, 10. August 2008

Vier Kreuze für ein Halleluja

Hochschwab at its best! Was für eine tolle Tour haben wir heute genießen dürfen! Perfektes Bergwetter mit kühlen Temperaturen im Aufstieg, sich verziehendem Nebel am Plateau und wunderbaren Eindrücken dieser wunderschönen Gegend bescherten uns heute ein fantastisches Bergerlebnis im Hochschwabmassiv.
Um 6.30 Uhr gings beim Bodenbauer in St. Ilgen los, gleich bei der ersten Abzweigung gehts nach rechts in Richtung Trawiestal und -alm. Der Weg führt anfangs über Schotter-, bald darauf über Waldwege mäßig steil hinauf zur Trawiesalm. Der Nebel hängt noch tief in den Zacken über uns, doch sind wir uns sicher, dass bis zu unserem Eintreffen am Hochplateau alles anders aussehen wird. Frohen Mutes gehts also weiter hinein in den Talschluss des Trawiestales, dort genießt man einen herrlichen Blick in dieses famose Kar. Der Weg führt im Talschluss steiler werdend nach Richtung Norden zur (einzigen) Quelle auf unserer Tour, dem G´hacktlbrunn. Unweit davon erinnern Kreuze und Tafeln an die Gefahren, die es auf dem Hochschwab bei Schlechtwettereinbrüchen besonders ausgeprägt gibt. Doch für heute ist stabiles Wetter prognostiziert, beim markanten Kreuz auf 1.785 Metern machen wir nach einem genau zweistündigen Marsch vom Bodenbauer die erste kurze (Bananen-)Pause, kurz unterhalb des Einstieges in den A-Klettersteig des G´hackten.
Lange halten wir uns aber wegen des auffrischenden Windes nicht auf, steigen flink hinauf zum G´hackten und müssen nach wenigen Metern besorgt nachfragen, ob hinter uns bei einem (von einem uns folgenden Wandersmann unglücklich ausgelösten) massiven Steinschlag wohl niemandem etwas passiert ist! Gott sei dank konnten alle Nachkommenden ausweichen, Helm hatte übrigens keiner einen auf - nur bei uns fühlte sich jemand bestärkt, das Ding vor dem Steig am Kopfi montiert zu haben. Auch wenn das G´hackte allgemein als unschwierig und von vielen als "lächerlicher" Klettersteig angesehen wird: Die Steinschlaggefahr ist absolut gegeben. Vielleicht lässt auch sein Ruf die Wandersleut leichtsinnig sein - das kann ins Auge gehen.
Hat man das (tatsächlich, zumindest bei Trittsicherheit) nicht schwierige G´hackte dann hinter sich gelassen, erreicht man rasch das Fleischer-Biwak am Plateau. Der Gipfel wehrt sich immer mehr gegen den Nebel, die Sonne pocht auf ihr Recht und langsam beginnt sie, sich durchzusetzen. Die letzten Meter hinauf zum mächtigen Gipfelkreuz nehmen wir mit links und stehen nach weiteren 70 Minuten (ab dem Rastplatz nahe dem G´hacktlbrunn) am Hochschwab, 2.277 Meter.
Obwohl es mit 8 Grad und dank des richtig kalten Windes nicht gerade wirtlich ist, jausnen wir hinter einer kleinen Geländekante, erfreuen uns an den mehr werdenden Sonnenstrahlen und lassen der guten Laune freien Lauf. Schon bald gehts weiter (es war halt doch ein wenig kalt), nach dem Fleischer-Biwak diesmal aber Richtung Westen. Den Zagelkogel (2.255 Meter) nehmen wir linker Hand gern mit, den Hochwart (da waren wir im Mai, siehe hier und hier) lassen wir heute aus. Nächstes Ziel nach der wunderprächtigen Wanderung über die Böden des Plateaus ist der Zinken, 1.926 Meter. Ist er vom Bodenbauer aus gesehen unnahbar, so kann man seinen Rücken problemlos zum Gipfelkreuz mit toller Aussicht begehen. Und dort kommt schon das nächste Gipfelkreuz ins Visier: der Buchbergkogel.
Zunächst aber gehts zur Häuslalm, der verdiente Radler in der mittlerweile brütenden Sonne wird nach genau drei Stunden Gehzeit (inkl. der insgesamt etwa 50 Minuten "Umweg" über Zagelkogel und Zinken) richtig genossen und wir rüsten uns für den letzten Aufstieg für heute, noch 150 Höhenmeter bis zum Buchbergkogel auf 1.700m. Oben angekommen sind wir froh und glücklich, ihn noch mitgenommen zu haben: Das Hochschwab-Panorama ist von hier aus einfach fantastisch, in alle Richtungen sieht man heute die wunderbaren Berggipfel der Steiermark, bis zu den Hochtor-Bergen im Gesäuse. Ein wahrlich prächtiger Ausblick, der uns für einige Minuten inne halten lässt.
Am Ende fehlt nur noch der Abstieg zum Ausgangspunkt Bodenbauer zurück, den wir (die 45-minütige Besteigung des Buchbergkogels inkl. Rückweg zur Hütte mitgerechnet) von der Häuslalm weg in 1:45 Stunden auch noch bewältigen. Und damit liegt eine gewaltige Tour hinter uns, auf der wir heute auf etwa 20 Kilometern Wegstrecke knapp 2.000 Höhenmeter überwunden haben. Wissend ob einer echt starken Leistung schmeckt der abschließende Bodenbauer-Kaffee selbstverständlich hervorragend, die Rückreise nach Graz verläuft ruhig. Heute werden wir alle gut schlafen - und vielleicht von einem traumhaften Tag mit unbezahlbaren Eindrücken träumen. Halleluja!

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