Die Wettervorhersagen waren sich uneins – ob es nun Gewitter oder schwere Gewitter geben sollte. Beides traf nicht ein, stattdessen spiegelte sich unser Grinsen nach dem Gipfelerlebnis in Bier, Kaffee und Topfenstrudel.
Wir fuhren von Obervellach (ca. 25 km nordwestlich von Spittal/Drau) Richtung Mallnitz und bogen bei der ersten Ortstafel „Mallnitz“ nach rechts in Richtung Dösental und Wirtshaus „Säuleck“ ab. Von hier geht es 300 Höhenmeter eine gut asphaltierte Straße hoch bis zum
Ausgangsparkplatz wenige Meter neben dem Wirtshaus „Säuleck“ auf ca. 1420 Meter Seehöhe.
Das Dösental besitzt zu Recht seinen Namen, denn die Wassergewalten bahnen sich hier ungezähmt ihren Weg ins Tal. Bei prächtigstem Wetter wanderten wir anfangs auf einem moderat steigenden Wanderweg, bis das Gelände ab der Konradhütte (1618 m) steil und stufenförmig bis zum Arthur v. Sc
hmid Haus nach oben führt.
Beim Arthur v. Schmid Haus (2.272 m) angekommen, bot sich uns ein bezaubernder Blick auf den Dösenersee, der noch immer mit einem Hauch von Eis überzogen ist. Nach einer kurzen Rast am See nahmen wir die zweite und technisch anspruchsvollere Hälfte der Tour in Angriff. Die ersten 200 Höhenmeter vom „Schmid-Haus“ Richtung Säuleck führten steil nach oben bis das Gelände wieder flacher, dafür aber
felsiger und schneedurchzogener wurde. Das Heimtückische an den Schneefeldern war das Wechselspiel von Stabilität und Einbrüchen bis zur Hüfte, die nicht ungefährlich sind. Die letzten 300 Höhenmeter bis zum Gipfel auf 3.086 Meter Seehöhe legen an Steilheit wieder zu und sind eine Kombination aus mächtigen Schneefeldern und unwegsamen Felsblöcken, die ein ganz besonderes Koordinationstraining ermöglichen. Wir verweilten auf Grund der aufziehenden Gewitterwolken nicht lange am Gipfel und genossen dennoch den Ausblick auf die Hochalmspitze, den Ankogel und den tief unter u
ns liegenden Dösenersee.
Unser Einkehrschwung in das „Schmid-Haus“ war dann ein kulinarisches Abenteuer. A wirkliche Freude am Kochen entnimmt man der Speisetafel dort nicht, denn Leberkäse, Fertig-Kartoffelsalat oder Würstel sind net gerade die Reißer, wenn man von einer so gewaltigen Tour einkehrt. Dennoch war es a feste Gaude mit da Kellnerin, die besser redet und Schnäpse ausschenkt als kocht. Jeder hat seine Stärken…
Samstag, 21. Juni 2008
Das Säuleck - eine felsige Herausforderung
Montag, 12. Mai 2008
Von der Bacherhütte aufs Stubeck
Das Pfingstwochenende ist vorbei und wir sind gut heimgekehrt aus den Hohen Tauern. Am Freitag Nachmittag ging die Reise ja bereits los und wir freundeten uns mit unserer Unterkunft für die Feiertage an: Die Bacherhütte auf 1.782 Metern Höhe, oben über dem Katschtal und bequem mit dem Auto via Rennweg erreichbar.
Über die Vorkommnisse auf der Hütte hüllen wir an dieser Stelle vornehm den Mantel des Schweigens - so manch seltsame Geschichte soll sich aber zugetragen haben, wie der alte Jäger vom Silbertannenwald im Katschtalerhof von seinen nächtlichen Streifzügen auf der Kranglalm zu berichten wusste...
Konzentrieren wir uns aufs Wesentliche: Sonntag stand die Tour aufs Stubeck auf dem Programm - aufgrund der bereits luftigen Höhenlage der Hütte knapp unterhalb der Baumgrenze kein großer Kraftakt und dennoch spürten wir nach einer Gesamtgehzeit von etwa viereinhalb Stunden doch unsere Glieder: Die wenigen unumgänglichen Schneefelder trotzten uns nämlich zusätzlich einiges an Kräften ab, vor allem im letzten und steiler werdenden Anstieg hinauf zum 2.370 Meter über dem Meer liegenden Gipfelkreuz brachten uns dann doch zum Schnaufen.
Eine hartnäckige Wolke hing den ganzen Nachmittag leider in den hohen Gipfeln der Hochalmspitze oder des Sonnblicks, leider gewährte sie uns kaum einen klaren Blick hinauf in diese großen Höhen auf über 3.000 Meter. Zudem gabs richtig kalten Wind und ab und zu sogar einige Schneeflocken, die aber auch wieder nicht häufig genug waren, damit wir uns einen echten Härtepunkt dazuverdienen hätten können. Die Gipfeljause aber beschränkten wir aufgrund der tiefen
Temperaturen dann aber doch aufs Bier, umso besser schmeckte nach der Rückkehr auf die Bacherhütte dann die Eierspeis und dann hatte auch die Wolke ein Einsehen: diesmal konnten wir die herrlich warmen Sonnenstrahlen und die von Stefan und Bettina einmalig zubereitete Bergsteigermahlzeit draußen einnehmen. Eine schöne Wanderung, die bei gutem Wetter und ohne Schnee keinerlei Sorgen bereiten dürfte.
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